Kinderbuch-Klassiker: Unsere Lieblingsbücher zum Internationalen Kinderbuchtag

Lesedauer: 3 Minuten

Kinderbücher, an die wir uns gerne erinnern: Wir stellen unsere Lieblingsbücher aus der Kindheit passend zum Internationalen Kinderbuchtag vor.

Kinderbuch-Bestseller gibt es einige, aber oft bleiben jene im Kopf hängen, die Klassiker sind und vielleicht sogar schon die Generation vor uns gelesen bzw. vorgelesen bekommen hat. Große Autoren wie Astrid Lindgren, Otfried Preußler, Erich Kästner oder Enid Blyton faszinieren eben nicht umsonst schon seit Jahrzehnten.
Aber welche Bücher von ihnen lohnen sich? Diese drei Kinderbücher sind unsere persönlichen Empfehlungen, weil sie uns selbst unterhalten haben und gerade – aber nicht nur – zum Internationalen Kinderbuchtag am 2. April wieder an schöne Momente der Kindheit erinnern können.

Alex’ Wahl: „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler

Ich liege eingekuschelt in meinem Bett, das Licht aus dem kleinen Lämpchen neben mir ist gedimmt, irgendwo an der Tür leuchtet in der Steckdose schon sanft mein Schlaflicht. Und mein Papa liest, blättert auf die nächste Seite. Ich schmunzle, lausche gespannt, auch wenn ich die Geschichte zum dutzendsten Mal höre. So ging es mir früher immer mit „Die kleine Hexe“. Ich liebte – und heute bewundere – die liebevollen Illustrationen und die Geschichte von Otfried Preußler. Denn die kleine Hexe möchte an der Walpurgisnacht teilnehmen, schleicht sich dorthin und wird entdeckt. Damit endet die Geschichte aber nicht, sondern fängt erst an: So bekommt die kleine Hexe in Aussicht gestellt, bei der Walpurgisnacht teilzunehmen, wenn sie bis dahin eine gute Hexe ist. Dass die Begrifflichkeiten „gut“ und „böse“ Spielraum zur Interpretation lassen, wird dann im großen Finale des Buchs aufgelöst. Weil die Story eben nicht dem Standarderzählmuster folgt und zudem keinen erhobenen Zeigefinger als Moral der Geschicht’ hat, ist sie mein Lieblingskinderbuch.

Nadines Tipp: „Varenka“ von Bernadette

Puh, mein Lieblingskinderbuch … Es gibt so viele, die ich als passionierte Leseratte bereits im zarten Lesealter verschlungen habe: Von Pippi Langstrumpf, über TaoTao (wer kennt ihn noch – den kleinen Panda aus den 80ern?) oder Gretchen Sackmeier. Es verging damals keine Woche ohne den Besuch in der örtlichen Bücherei, und ohne einen Stapel Bücher mit nach Hause zu schleppen.
Beim Stöbern letztens im Bücherregal meines ehemaligen Jugendzimmers ist mir allerdings wieder ein ganz anderes kleines Büchlein aus dem Nord-Süd Verlag in die Hände geraten. Weil diese Geschichte aus den frühen 1970er Jahren gerade aktueller denn je ist, möchte ich euch diese vorstellen. Das Buch heißt „Varenka“ von Bernadette (Watts).
Die Illustratorin erzählt in diesem Büchlein kindgerecht und äußert sensibel eine Geschichte von Krieg, Füreinander Dasein und Vertrauen.
Varenka lebt in einem kleinen Häuschen tief im Walde von Russland. Als die Leute vor einem Krieg fliehen müssen und an ihrem Haus im Wald vorbeilaufen, beschließt sie, nicht wegzugehen, sondern zu helfen und auf Gott zu vertrauen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Marias Empfehlung: „Krabat“ von Otfried Preußler

Mein absolutes Lieblingsbuch als Kind – übrigens auch nachzulesen in zahlreichen Poesiebüchern, die man in den 90ern emsig in der Klasse und im Freundeskreis rumgegeben hat – ist „Krabat“ von Otfried Preußler. Die Geschichte des Jungen, der in einer Mühle die Kunst der Schwarzen Magie erlernt, zusehen muss, wie seine Freunde nach und nach sterben, und sich letztlich dem großen Meister mit Hilfe seiner ersten großen Liebe entgegenstellt, hat alles in sich, was eine großartige Erzählung braucht: Den Kampf Gut gegen Böse, bei dem man fleißig mitzittern kann, die aufregende Welt der Zauberei, von der man als Kind immer gehofft hat, sie gäbe es wirklich, und eine Liebensgeschichte, die das Kinderherz höher schlägen lässt.
Zehn Jahre schrieb Otfried Preußler an diesem Roman, der nach einer sorbischen Volkssage entstanden ist, und 1971 erstveröffentlicht wurde. Er selbst beschrieb sein Buch so: „Mein Krabat ist […] meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation und die aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken. Da gibt es nur einen Ausweg, den einzigen, den ich kenne: den festen Willen, sich davon freizumachen, die Hilfe von treuen Freunden – und jene Hilfe, die einem aus der Kraft der Liebe zuwächst, der Liebe, die stärker ist als die Macht des Bösen und alle Verlockungen dieser Welt”. Und das gilt damals so wie heute.


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