Pokémon Go: 5 Gründe, warum ich das Smartphone-Game immer noch spiele

Lesedauer: 3 Minuten

Pokémon Go ist vor fast zehn Monaten erschienen. Und heute? Spielt unser Redakteur es immer noch. Das hat mit Kindheitserinnerungen zu tun – aber nicht nur.

Am 13. Juli 2016 war es in Deutschland offiziell so weit: Pokémon Go war erhältlich. Bis dahin war die Welle der Euphorie aber schon längst hier zu spüren, denn eine Woche zuvor war das Game u. a. in den USA erhältlich – und dank Twitter und Co. machte die Faszination schnell die Runde. Quasi jeder, der mit den Game Boy-Spielen in Berührung gekommen war oder einfach wissen wollte, was hinter dem Hype steckte, lief nach dem Release Pokébälle werfend durch die Gegend (zumindest solange die Server hielten). Das ist nun fast zehn Monate her. Seitdem ist vom (medialen) Hype der ersten Stunden nicht mehr so viel zu spüren und man begegnet in der Bahn oder auf den Straßen auch deutlich weniger smartphone-fixierten Gamern als zu Beginn. Aber das Spiel läuft weiter. Auch mit mir. Weil es mir Spaß macht. Aus diesen Gründen.

1. Ein bisschen Kindheit.

1999 erschienen die Blaue und Rote Edition von Pokémon für den Game Boy. Damals war Gerhard Schröder noch Kanzler (ja, es gab eine Zeit vor Angela Merkel) und so eine Spielekonsole wie der Game Boy war nur fürs Spielen da und konnte nicht auch noch telefonieren oder gar ins Internet. Dafür konnte man damals immerhin schon untereinander Pokémon tauschen (mit einem analogen Link-Kabel zur Verbindung). Ob man die Blaue oder Rote Edition hatte, entschied darüber, welche Pokémon man fangen konnte – Knofensa etwa gab’s nur in der Blauen, Myrapla nur in der Roten Edition. Ansonsten kämpfte man sich als Spieler durch Arenen, sammelte Pokémon und drehte Runde um Runde durch die Orte Kantos. Und hier unterscheidet sich das Prinzip der Game Boy-Spiele und Pokémon Go etwas: Bei der Smartphone-Adaption gibt es keine Storyline. Aber ich weiß noch zu gut, wie ich vor 18 (!!!) Jahren Stunde um Stunde gespielt habe – und dieses Gefühl nochmal aufleben zu lassen, ist toll. Und genauso wie ich damals in meiner Freizeit am Game Boy gezockt habe, mache ich es heute eben am Smartphone.


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2. Ein bisschen Sammler.

Ganz egal um welche Pokémon-Adaption es geht – Sammeln ist ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Denn es gibt eine bestimmte Anzahl an Pokémon, die unterschiedlich leicht oder schwer zu bekommen sind. Das Motto „Gotta Catch ‘Em All“ ist also Aufgabe und Motivation für die Gamer: Los, such und sammel! Dass es einem das Spiel nicht immer so leicht macht, alle Pokémon zu finden, sollte klar sein. Beim Game Boy gelang das etwa durch zwei Editionen und gut versteckte, seltene Pokémon. Bei Pokémon Go sind die Maßstäbe noch etwas größer geworden: Da hat man einige Pokémon einfach nach Kontinent bzw. Region aufgeteilt. Wem also – wie mir – das Komplettieren einer Reihe imaginärer Wesen Spaß macht, der plant seine Urlaube auch nach Pokémon-Vorkommen. Oder sucht zumindest an unterschiedlichen Orten Hamburgs, um endlich die Lücken im Pokédex zu schließen.

3. Ein bisschen Kämpfer.

Wie jedes gute Spiel verlangten schon die Game Boy-Editionen Aufgaben von den Spielern ab. Darunter eben auch: zu kämpfen (und zu gewinnen). Dieses Duell-Prinzip ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst und wird bei den Pokémon-Games durch nicht-menschliche Stellvertreter – Glurak, Turtok und Co. – gelöst. Wer sein Pokémon pflegt und trainiert, hat eben größere Chancen zu gewinnen. Und genauso wie bei den frühen Games braucht es bei der Smartphone-App heute ein bisschen Ausdauer, um eine Arena einzunehmen. Aber das Adrenalin belohnt eben vieles. Auch solche Siege. Außerdem gibt es ja für eingenommene Arenen auch noch virtuelle Gummipunkte äh… Coins. Und mit denen kann man sich dann Item kaufen, die einen weiterbringen und… siehe oben.

4. Ein bisschen Innovation.

Nur wer einmal das Spiel am Game Boy gezockt hat, weiß, welchen technologischen Sprung wir alle in den vergangenen zwei Jahrzehnten mitgemacht haben. Von vergleichsweise pixeligen schwarz-weiß Bildschirmen auf klobigen Geräten zu einem mobilen Alleskönner mit bestechender Grafik. Der Faktor Community – zu Game Boy-Zeiten mit dem Linkkabel verwirklicht – ist in Zeiten der App noch nicht so stark, wie er sein könnte (Stichwort wieder: Tauschen von Pokémon). Aber sicherlich ist auch da noch nicht das letzte Wort gesprochen. Und wenn wir alle eines Tages Pokémon in der virtuellen Realität spielen sollten, wird das alles nochmal ein ganz anderer Schnack. Doch bis dahin freue ich mich, wie sich mein Avatar dank GPS passend mit mir bewegt.

5. Ein bisschen Frieden.

Auch wenn die Pokémon miteinander kämpfen: Das Game ist nicht darauf ausgelegt, dass Blut (oder was auch immer Magnetilo, Ditto, Togepi und Co. am Leben hält) vergossen wird. Vielmehr soll man sich – wie bei Mühle oder Vier gewinnt – messen, taktieren und Spaß haben. Und diese fast schon pazifistische Game-Idee unterhält mich mehr, als jedes virtuelles Gemetzel. Und dann ist es mir herzlich egal, ob der Hype schon wieder vorbei ist oder nicht.